Eisenbahntunnel in den Schweizer Alpen

Auf der weltberühmten Schweizer Bahnstrecke in der Nähe des Gotthards wurden erfolgreich Hydrodemolition-Techniken eingesetzt. Dabei wurde ein 11,5 m hoher Turm und ein neuer Aqua Cutter Evolution-Roboter des schwedischen Unternehmens Aquajet Systems verwendet, um beschädigten Beton zu entfernen, ohne den Verkehr auf der zweigleisigen Strecke zu beeinträchtigen.

Jobreport - alps 2Der 1882 eröffnete Gotthard-Eisenbahntunnel ist nach wie vor eine der spektakulärsten Eisenbahnstrecken der Welt, die sich durch die Schweizer Alpen schlängelt. Allerdings müssen die Brücken und Tunnel regelmäßig gewartet werden.

Nördlich des Gotthards, oberhalb der Reuss, führt die Autobahn A2 mit einer Steigung von 5º über die Doppelspur. Die Bahnstrecke schlängelt sich jedoch durch eine Reihe von Kehrtunneln bis zum Eingang des Gotthardtunnels.

Unterwegs überquert eine vor 18 Jahren errichtete ‘Tunnelbrücke’ aus Beton das 50 m tiefe Tal. Die Stahlbrücke, die 1882 als offene Brücke gebaut wurde, war einer Lawine ausgesetzt.

Im Winter 1998 füllten die Lawinen das Tal praktisch bis zum ‘Brückentunnel’ mit Schnee.

Jüngste Tests haben ergeben, dass die 88,50 m lange Brücke von den nächsten Lawinenwinden hätte weggefegt werden können.

Laut dem leitenden Ingenieur, Herrn Bühlmann, hat die Schweizerische Bundesbahn SBB eine Studie in Auftrag gegeben, um die Brücke sicher zu machen.

Die Ergebnisse haben sich dafür entschieden, die Brücke und den Tunnel zu verstärken, die Brückenlager zu restaurieren, bis zu 2 m tiefe Risse zu sanieren und die Tunnelbrücke mit speziellen Mauerankern mit den Felsen zu verbinden. Zusammen mit der Verstärkung für Lawinenlasten wird die Brücke instand gehalten und beschädigter Beton ersetzt.

Das auf Abbrucharbeiten spezialisierte Schweizer Unternehmen Brügger wurde beauftragt, den Betonabtrag – insgesamt 230 m³ – mit seinem neuesten, eigens für diesen Zweck bestellten Roboter Aqua Cutter Evolution des schwedischen Unternehmens Aquajet Systems durchzuführen.

Der Aqua Cutter wurde für den ‘Löwenanteil’ der Sanierungsarbeiten eingesetzt; mit einer Handpistole wurden einige verbleibende kleine Bereiche entfernt.

Der elektrisch betriebene Roboter verwendete 122 l/min Wasser bei einem Druck von 1900 bar, um den beschädigten Beton sicher zu entfernen, ohne den freiliegenden Bewehrungsstahl zu beschädigen.

Ein wichtiges neues Merkmal des neuen Aqua Cutter ist die Entfernung aller Sensoren und elektrischen Kabel von der Vorderseite der Maschine, wodurch Probleme mit dem Eindringen von Wasser, Fett und Staub vermieden werden.

Das Aquajet EDS-System ermöglicht einen unschlagbaren Angriffswinkel der Lanze, ohne dass die Energie des Wasserstrahls verschwendet wird. Beim Modell Evolution kann ein Winkel von ± 45° gewählt werden, der eine vollständige Entfernung des Betons zwischen und unter den Bewehrungsstäben gewährleistet.

Der Aqua Cutter wurde über die lokale Atümat AG bestellt und aufgrund seiner Vielseitigkeit, seiner einfachen Bedienung, seines leichten Transports und seiner kompakten und leichten Bauweise ausgewählt.

Das Gerät, das in einer Höhe von 1300 m arbeitet, wurde mit einem Kran in Position gebracht und auf der gegenüberliegenden Seite des Tals installiert.

Um 20 mm Beton an der Außenseite der Tunnelbrücke abzuschneiden, entschied sich Brügger, den Aquacutter 6 m Standardturm mit einem zusätzlichen 5,5 m Turmelement zu versehen, um eine maximale Höhe von 11,5 m zu erreichen.

Der Roboterturm wurde mit einer speziellen Halterung auf die 10° Neigung der Tunnelwand eingestellt. Der Antriebskopf des Roboters arbeitete konstant und präzise auf dem 11,5 m hohen Turm. Selbst in seiner höchsten Position blieb der Rollbalken sehr stabil.

Laut Daniel Rimle von Brügger hat das Unternehmen den Auftrag gewonnen, weil es die beste technische Lösung vorgeschlagen hat. “Ich bin überzeugt, dass sich der Aqua Cutter Roboter als die beste Investition erweisen wird.